Endlich wieder Lendersdorf

Zweimal wurde unser Lieblingsturnier schon verschoben, doch jetzt, surfend auf der heranwogenden Deltawelle, schaffte es der Rurtalpokal doch noch in die Terminkalender der Schachjugend. Nicht so groß wie sonst aufgrund der strengen Hygienevorschriften, aber grade noch 3-stellig, war es immer noch ein imposantes Turnier. Nach dem langen Lockdown wieder ein Gefühl von Gestern: weinende Kinder (aller Anfang ist schwer), verblendete Eltern und über allem der zeushafte Donner von Peter Titzens Stimme aus den Lautsprecherboxen - der Rurtalpokal, wie er leibt und lebt. Durch die kurz danach folgende JDEM waren viele der qualifizierten Topspieler sicher schon beim Kofferpacken und wollten sich nicht noch am Vorabend ein anstrengendes Turnier zumuten. Nichtsdestotrotz war genug Qualität an den Brettern, um einen spannenden Wettkampf zu bieten.

 

DieSiegerNur ein kurzer Blick über die Altersklassen mit Aachener oder Ex-Aachener Beteiligung. In der Karlsstadt gibt es ja ohnehin fast mehr Schachvereine als Jugendliche über 1200 DWZ. Dementsprechend auch KEINE Aachener in der U8 und U10 - nur die kleine Ata Can Tokoglu aus Würselen für Tief im Westen.

In der U12 fehlte die Prinzengarde aus Düsseldorf, die wahrscheinlich Atem holte für die JDEM. Viel Glück in Willingen von uns. Davon konnte Ingmar profitieren und sich auf Platz 3 spielen - ein wenig mehr wäre noch drin gewesen, aber auch mit einem halben Punkt mehr für Ingmar, hätte Alex Marcziter mit deutlich besserer Buchholz verdient Platz 2 gehalten.

Die U14 war die spannendste Gruppe, da hier wieder die NRW-Spitze aufeinandertraf. NRW-Meister Max Pick konnte sich diesmal nicht wieder vor Robert Prieb schieben, der mit souveränen 8,5/9 gewann - kein Wunder: Jannis Bolz war nicht dabei (Roberts Nemesis). Beeindruckend auch unsere Nachbarn Matthias Heiligtag und Yannick Wertz für Rochade Eupen - die beiden stabillisieren sich auf zunehmend hohem Niveau.

Von U16 bis U20 spielten alle in einer Gruppe. Mit 8/9 holte Alwin ungeschlagen den Gesamtsieg, dicht gefolgt vom langjährigen Schachfreund Rafael Sabirov. Sein Two-and-a-half-Men Tandem Partner Jonas Gallasch arbeitete sicher auch am letzten Trainingsschliff für die JDEM - schön Alwin und Rafael mal wieder nebeneinander an der Spitze zu sehen. Porz-Aachener Borna Mohammidi Nia patzte gegen Alwin und stellte mit einem Rechenfehler ein - da sie aber in unterschiedlichen Altersklassen spielten, blieb Borna der U20 Pokal. Gleich am nächsten Tag ging es zur U16 SJM-MM nach Porz, wo wir uns fast alle wiedertrafen. Müde, aber gut gelaunt - der Turnierkater hat auch etwas Befreiendes.

Es war schön, endlich wieder ein großes Turnier erleben zu dürfen, mit all dem Drama, den Ärgernissen, der Spannung und der Erleichterung am Ende. Ein herzliches Dankeschön dafür nach Lendersdorf, wo unermüdlicher Einsatz, nicht zuletzt in Verhandlungen mit dem Ordnungsamt und in Umsetzung der NRW-Vorgaben, das Turnier für uns möglich gemacht hat.

Noch ein winziger Tip: hängt doch die Endstände einfach an die Wand, statt Ausdrucke zu verteilen. Alle, die interessiert sind, können die Liste dann einfach mit dem Handy fotografieren, statt sich zu ärgern, dass schon wieder alle Ausdrucke weg sind. Das spart Papier - es lebe der Wald - soweit ich sah, waren keine Eltern ohne Handy unterwegs.

Links und weiter Infos bei Lendersdorf: Homepage Lendersdorf

Ludger

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